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TGH Wanzlik Akademie

PSA-Wissensportal
für B2B-Einkäufer

Willkommen in unserem interaktiven Wissensportal. Basierend auf dem Fachbuch von Rene Wanzlik bieten wir Ihnen hier tiefes, rechtssicheres Praxiswissen, interaktive Normen-Finder und Compliance-Checks für Ihren sicheren Arbeitsschutz-Einkauf.

Kapitelübersicht

Kapitel 1

Einführung & TOP-Prinzip

Die Grundlagen der persönlichen Schutzausrüstung

“Im Arbeitsschutz gibt es keine Kompromisse bei menschlichem Leben. PSA ist die letzte Verteidigungslinie nach ausschöpfenden technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOP-Prinzip).”

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist kein optionaler Zusatz, sondern ein zentraler Baustein Ihrer betrieblichen Sicherheit. Sie greift als letzte Verteidigungslinie, wenn Gefahren an der Quelle nicht vollständig eliminiert werden können. Als Einkäufer oder Sicherheitsbeauftragter tragen Sie die Verantwortung, diese letzte Barriere absolut lückenlos zu gestalten.

Das gesetzliche TOP-Prinzip (Rangfolge der Schutzmaßnahmen)

Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) schreibt zwingend vor, dass Gefahren an der Quelle bekämpft werden müssen. Die Maßnahmen müssen in dieser exakten Reihenfolge geprüft und umgesetzt werden:

T - Technische Maßnahmen

Gefahrenquelle direkt beseitigen oder abschirmen (z. B. Absauganlagen, Lärmschutzkapselung, Schutzgitter).

O - Organisatorische Maßnahmen

Arbeitsabläufe räumlich oder zeitlich trennen (z. B. Begrenzung der Aufenthaltsdauer, Schichtplanung, Kennzeichnung).

P - Persönliche Maßnahmen (PSA)

Individueller Schutz direkt am Mitarbeiter (z. B. Schutzbrille, Sicherheitsschuhe, Atemschutz, Gehörschutz).

Typische Praxisfehler beim TOP-Prinzip:

  • Sofortige Maskenpflicht: Atemschutz wird verordnet, obwohl eine technische Absaugung an der Maschine möglich und wirtschaftlicher wäre.
  • Mangelnder Tragekomfort: Billige PSA wird gekauft, die drückt oder reizt. Die Folge: Mitarbeiter tragen sie heimlich nicht oder manipulieren sie.
  • Fehlende Unterweisung: PSA wird ausgehändigt, aber die korrekte Handhabung (z. B. Dichtsitzprüfung bei FFP-Masken oder Anlegen eines Auffanggurts) wird nie geschult.
Rene Wanzliks Praxis-Tipp:

"Sicherheit entsteht nicht durch das bloße Vorhandensein von PSA im Lager, sondern durch die Akzeptanz beim Mitarbeiter. Binden Sie Ihre Fachkräfte frühzeitig in die Auswahl ein. Eine Anprobe von Mustern steigert die Tragequote dramatisch."

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